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Die "neue" deutsche Rechtschreibung - einige Tipps

(zusammengestellt von Marie Meihsner DAAD Sprachassistentin Istanbul)

Die Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung ist mittlerweile 15 Jahre her, aber immer noch gibt es bei älteren und jüngeren Schreibern Probleme bei der Anwendung. Die Regeln sind komplex und teilweise nicht sehr logisch. Nach wie vor wird viel über das Regelwerk diskutiert und daran kritisiert – doch es nützt nichts: im öffentlichen Schriftverkehr ist es nunmehr obligatorisch, sich den neuen Regeln anzupassen.

Aus diesem Grund möchte ich hier auf einige ausgewählte Regeln der neuen deutschen Rechtschreibung aufmerksam machen; wer ausführlichere Informationen zu den Neuerungen haben möchte, sollte einen Blick in den Duden: Die deutsche Rechtschreibung werfen – dort findet man eine Einführung zu den Rechtschreibregeln.

Im Folgenden werde ich vier Regeln der deutschen Rechtschreibung erklären, die besonders den Nicht-Muttersprachlern Probleme bereiten:

1- dass oder das (oder daß?) – und andere Neuerungen zur Vermeidung von -ß
2- mit oder ohne Bindestrich – zur Bildung von Substantivkomposita im Deutschen
3- einiges zur Komma-Setzung
4- Getrennt- und Zusammenschreibung – die Königsdisziplin in der deutschen Rechtschreibung

1. dass oder das (oder daß?) – und andere Neuerungen zur Vermeidung von -ß

dass:

Die Nebensatz einleitende Subjunktion dass wird nach der neuen Rechtschreibregelung nur noch mit Doppel-s geschrieben. Das daß mit -ß ist nicht mehr richtig.
a) Die Subjunktion dass verwendet man bei Inhaltsnebensätzen, die oft durch ein Informationsverb im Hauptsatz eingeleitet werden.
Beispiele: Es gibt Informationen, dass der Täter sich noch in der Stadt befindet.
Ich weiß, dass du heute nicht kommen kannst. (usw.)
b) dass wird auch bei der indirekten Rede verwendet, hierbei sind Nebensätze mit oder ohne Konjunktiv möglich (was auch eine Neuerung in der Rechtschreibregelung darstellt).
Beispiele: Er sagte, dass er den Unfall beobachtet hat.
Er sagte, dass er den Unfall beobachtet habe.
Ich erzählte ihm am Telefon, dass es mir im Urlaub sehr gut gefällt.
Ich erzählte ihm am Telefon, dass es mir im Urlaub sehr gut gefalle.
c) Die Subjunktion dass kennzeichnet auch finale Nebensätze.
Beispiel: Sie badete so lange im kalten Wasser, dass sie eine starke Erkältung bekam.
Ich habe im Moment zwei Jobs, dass ich mir bald ein neues Auto kaufen kann.

das:

Das mit einem -s hat mehrere Funktionen:
a) Es kann der bestimmte Artikel für Neutrum Singular Nominativ und Akkusativ sein:
Beispiele: Das Leben in der Türkei ist schön.
Ich möchte mir das rote Auto kaufen.
b) Es kann das Demonstrativpronomen für Neutrum Singular Nominativ und Akkusativ sein:
Beispiele: Das kann doch nicht war sein!
Ich will das jetzt nicht essen!
c) Als Nebensatz einleitendes Wort ist das ein Relativpronomen für Neutrum Singular Nominativ und Akkusativ. Hier besteht die Verwechslungsgefahr mit der Subjunktion dass!
Beispiele: Ich würde das Kleid gern sehen, das du dir letzte Woche gekauft hast.
Das Hemd, das du gerade anhast, hat Lippenstift am Kragen.

Weitere Regelungen zu ß, s oder ss:

Auch in anderen Wortarten wurden Neuerungen in Bezug auf die s-Lautschreibweise vorgenommen.
a) Nach kurzem Vokal steht Doppel-s. Dort, wo früher -ß geschrieben wurde, muss heute immer ss eingesetzt werden.
Beispiele: alt: der Schuß – neu: der Schuss; alt: der Riß – neu: der Riss; alt: mißlingen – neu: misslingen; alt: ich mußte – neu: ich musste; alt: er riß – neu: er riss
b) Nach langem Vokal oder einem Diphthong steht nach wie vor das .
Beispiel: das Maß, dem Maße, der Spaß, ich saß, schmeißen, reißen, fließen, das Floß
c)
Leider gibt es bei dieser Regelung einige Ausnahmen:
Beispiele: der Bus: wird mit einem -s geschrieben, obwohl der Vokal kurz ist. Dies hängt damit zusammen, dass das Wort ein Lehnwort aus dem Lateinischen ist.
das Moos: wird mit einem -s geschrieben, obwohl der Vokal lang ist.


2. Mit oder ohne Bindestrich – zur Bildung von Substantivkomposita im Deutschen

a) obligatorischer Bindestrich bei Ziffern in Zusammensetzungen

„In Zusammensetzungen werden Zahlen, die in Ziffern geschrieben sind, mit einem
Bindestrich vom Rest des Wortes abgehoben.“
Beispiele: das 5-Eck, 4-jährig, der 4-Jährige, 5-monatlich, die 0:1-Niederlage, 14-zeilig
Diese Regelung gilt auch für Zusammensetzungen mit Einzelbuchstaben oder Abkürzungen:
Beispiele: der i-Punkt, das Doppel-s, die ß-Schreibweise, die Fußball-WM, die VIP-Karte

Wird aber eine Ziffer mit einer Nachsilbe verbunden, dann steht kein Bindestrich!Beispiele: die Generation der 68er, ein 100stel, 50%ig, 4fach
In Verbindung mit einem Substantiv brauchen die Ziffern mit Nachsilben wiederum einen
Bindestrich: Beispiele: die 68er-Generation, in den 20er-Jahren, ein 14-Inch-Bildschirm

b) Fakultative Bindestrich-Setzung (oder auch: Bindestrichsetzung)

Grundsätzlich gilt im Deutschen bei den Substantivkomposita, dass man ohne Bindestrich alle Bestandteile zusammenschreibt. Beispiele: Rechtschreibreform, Etymologiewörterbuch, Ultraschallmessgerät

Die Zusammensetzungen, bei denen die Bestandteile durch ein Fugen-n oder Fugen-s verbunden sind, werden immer zusammen und ohne Bindestrich geschrieben.
Beispiele: Vertretungslehrer, Anwaltskanzlei, Klassensprecher, Blumentopf

„Sollen einzelne Bestandteile einer Zusammensetzung hervorgehoben werden oder soll eine unübersichtliche Zusammensetzung deutlicher gegliedert werden, dann kann ein Bindestrich gesetzt werden.“
Bindestriche können also als Lesehilfe dienen. Bei den Substantiven muss bei der Verwendung von Bindestrichen aber auf die Großschreibung geachtet werden.
Beispiele: das Musiker-Leben (aber auch: das Musikerleben), das Abeiter-Unfallversicherungsgesetz (aber auch: das Arbeiterunfallversicherungsgesetz),
die Ich-Sucht (aber auch: die Ichsucht), re-integrieren (aber auch: reintregrieren),
Schiff-Fahrtslinie (aber auch: Schifffahrtslinie), Fresssack (aber auch: Fress-Sack)


3. Einiges zur Komma-Setzung

Die Kommasetzung ist nicht nur für DaF-Lerner und Zweitsprachler ein schwieriges Kapitel. Besonders bei Appositionen, Infinitivgruppen und längeren Satzgefügen sind sich die Schreibenden oft nicht mehr sicher, ob ein Komma gesetzt werden muss oder nicht.
Man kann jedoch nach den neuen Rechtschreibregeln zwei Grundregeln aufstellen, die in allen Schreibsituationen gelten:

1. Es kann – muss aber nicht – ein Komma gesetzt werden:

a)
Grundsätzlich gilt bei Konjunktionen, die gleichwertige Teilsätze verbinden, kein Komma zu setzen. Zu den Konjunktionen gehören: und, sowie, sowohl … als auch, beziehungsweise usw.
Beispiele: Johannes spielte auf dem Klavier und sein Bruder sang dazu.
Sowohl Johannes kann sehr gut Klavier spielen als auch sein Bruder.
Entweder wird das Konzert morgen ein Erfolg oder sie können ihre Karriere vergessen.
Ist das Satzgefüge aber zu unübersichtlich oder kann es zu Missverständnissen kommen, so kann man ein Komma auch bei Konjunktionen setzen.
Beispiele: Sowohl Johannes kann sehr gut Klavier spielen, als auch sein Bruder singt sehr schön. Er traf sich mit seiner Schwester, und deren Freundin war auch mitgekommen.

b) „Bei Infinitiv- und Partizipialgruppen muss kein Komma gesetzt werden.“
Beispiele: Es war ihre größte Freude im Winter mit ihrem Vater Ski zu fahren.
Ich traute mich nicht meine Eltern nach noch mehr Geld zu fragen.
Dem Zug hinterher schauend verließ sie langsam den Bahnsteig.
Tosend Beifall klatschend zeigte das Publikum ihre Begeisterung für das Theaterstück.
„Es kann jedoch ein Komma stehen, wenn die Gliederung des ganzen Satzes verdeutlicht oder Missverständnisse ausgeschlossen werden sollen.“ Dies würde ich persönlich auch immer empfehlen. Das entspricht im Wesentlichen der alten Rechtschreibregelung und ist meisten sinnvoll.
Beispiele: Es war ihre größte Freude, im Winter mit ihrem Vater Ski zu fahren.
Er wollte nicht zugeben, im letzten Sommer heimlich nach Italien gefahren zu sein.
Mit tosendem Beifall auf den Stühlen stehend, zeigte das Publikum seine Begeisterung.
Anna verspricht ihren Schwestern, Ansichtskarten aus dem Urlaub zu schreiben. Oder:
Anna verspricht, ihren Schwestern Ansichtskarten aus dem Urlaub zu schreiben.

2. Es muss ein Komma gesetzt werden:

a)
Bei allen Nebensatz einleitenden Subjunktionen (dass, obwohl, weil, Relativpronomen, als…) muss zwischen den Hauptsatz und den Nebensatz ein Komma gesetzt werden, auch wenn der Nebensatz vor dem Hauptsatz steht.
Beispiele: Peter hat gewusst, dass Anne nicht zur Party kommt.
In dem Haus, das mein Vater gekauft hat, fühle ich mich zu Hause.
Obwohl ich mich warm angezogen hatte, war mir draußen kalt geworden.
Als ich im September nach Hause fuhr, freute sich meine Familie.
Er behauptete, dass der Täter eine Mütze getragen habe, und ließ sich nicht von seiner Meinung abbringen. (Kommata vor und nach dem eingeschobenen Nebensatz!!)

b)
Wenn eine Infinitivgruppe oder eine Partizipialgruppe durch ein hinweisendes Wort angekündigt wird, muss ein Komma gesetzt werden.
Beispiele: Daran, die Rechtschreibung neu zu regeln, ist lange gearbeitet worden.
Es ist für die Umwelt besser, mit der Bahn zu fahren.
Einmal in der Türkei zu leben, das war schon immer mein Wunsch.
Immer fröhlich mit den Menschen redend, so habe ich ihn in Erinnerung.
Der Künstler betrachtete sein Werk, die Tränen unterdrückend. (Nachschub)

c) Bei der Wiedergabe von wörtlicher Rede, d.h. bei der Verwendung von Anführungszeichen, muss ebenfalls ein Komma stehen. Dabei ist es egal, ob die wörtliche Rede mit einem Satzzeichen (Fragezeichen, Ausrufezeichen) beendet wird.
Beispiele: Der Täter wird bald gefasst sein“, versprach der Kriminalkommissar.
Ich möchte wissen, wann der Zug kommt“, sagte eine Wartende.
Weißt du, wie viel Mehl wir brauchen?“, fragte sie am Telefon.
Ich habe die Schnauze voll!“, schrie er vor allen Leuten.

d) Entgegenstellende Konjunktionen wie aber, doch, jedoch, sondern erfordern ein Komma.
Beispiele: Johannes spielt sehr gut Klavier, aber sein Bruder singt sehr schön.
Sie hatte nicht nur ihr ganzes Geld verspielt, sondern auch noch ihr Auto.
Ein sehr leckeres, jedoch auch sehr teures Essen gibt es im Restaurant am Schlosssee.

4. Getrennt- und Zusammenschreibung – die Königsdisziplin in der deutschen Rechtschreibung

Am meisten Schwierigkeiten bereitet die Getrennt- und Zusammenschreibung der Verben im Deutschen. Hier gibt es viele Regeln und viele Ausnahmen. Aber ganz so unlogisch sind die Neuerungen nicht, wenn man sie sich einmal klar gemacht hat.

a) „Verbindungen von Substantiv und Verb werden in der Regel getrennt geschrieben.“
Beispiele: Fußball spielen, Auto fahren, Rad fahren, Pleite gehen, Recht haben, Acht geben usw.
Wenn das Substantiv allerdings schon verblasst ist, schreibt man es mit dem Verb zusammen. Es wird dann auch bei einer Abtrennung klein geschrieben.
Beispiele: heimkehren, heimsuchen, heimzahlen, irreführen, teilnehmen, preisgeben, standhalten usw.
Ich kam am Wochenende heim.
Die Täter führten de Polizisten irre.
Mutig hielt er den Argumenten seines Chefs stand.
Feste untrennbare Verbindungen sind außerdem: brandmarken, schlafwandeln, schlussfolgern

b)
Verbindungen von zwei Verben werden stets getrennt geschrieben. (Keine Ausnahmen mehr!)

Ich habe den Geigenunterricht ganz schnell wieder bleiben lassen.
Die Frau musste an der roten Ampel stehen bleiben, da ein Kind in der Nähe war.
Nach einiger Zeit habe ich meinen mürrischen Chef richtig schätzen gelernt.
Ich hoffe doch sehr, dass ich deinen Mann einmal kennen lernen kann!
Jeden Sonntag treffen wir uns, weil wir gemeinsam spazieren gehen wollen.
Achtung: Bei der Substantivierung der Zwei-Verben-Verbindungen schreibt man die Bestandteile zusammen und den Anfangsbuchstaben groß!!!
Beispiele: Wir treffen uns jeden Sonntag zum Spazierengehen.
Das Radfahren macht ihm großen Spaß.
Sie möchte das Singenüben nun regelmäßiger machen.
Das Schreibenlernen fällt den Kindern noch sehr schwer.
(Falls es hier zu Unsicherheiten oder Verdruss kommt: Bindestrich setzen! – das Rad-Fahren, das Singen-Üben)

c) Verbindungen von Partizip und Verb werden stets getrennt geschrieben.
Beispiele: verloren gehen, getrennt schreiben, getrennt leben, gefangen nehmen
Achtung: Bei der Substantivierung von Partizip-Verb-Verbindungen schreibt man die Bestandteile zusammen und den Anfangsbuchstaben groß!!!
Beispiele: Das Getrenntschreiben der Verbzusammensetzungen fällt allen ziemlich schwer.
Das Gefangennehmen von Flüchtlingen ist immer eine traurige Angelegenheit.

d) Verbindungen von Adjektiv und Verb werden dann getrennt geschrieben, wenn das Adjektiv steigerbar ist.
Beispiele: nahe bringen (näher bringen), kurz halten (kürzer halten), offen sprechen (völlig offen sprechen)
Aber: bereithalten (bereiter halten?), fernsehen (ferner sehen?), gutschreiben (= anschreiben),
freisprechen (freier sprechen von Schuld?), totschlagen (toter schlagen?)